2.12.2009

Hundeschlittentour in Schweden

Hundeschlittentour durch die Wildnis Schwedisch-Lapplands

Ferienhaus Lappland

Gemeinsam mit einem befreundeten Unternehmen bietet www.arctictrex.com seinen Gästen mehrtägige Hundeschlittentouren im schwedischen Fjäll an. Erleben Sie einen Wintertraum in den Bergen mit Ihrem eigenen Hundegespann. Sie durchqueren eine faszinierende Welt aus Schnee und Eis. Ein Urlaub, den Sie nie vergessen werden.

www.arctictrex.com

www.arctictrex.com

Quelle: Reisebericht eines Gastes von arctictrex.com

Hundeschlittentour Lappland

Hundeschlittentour Lappland

Ich mochte Hunde schon immer. Aber was ich hier zu sehen bekam, 
übertraf all meine Erwartungen.
Die Hunde machen einen echt wilden Eindruck, dabei sind sie uns 
gegenüber so freundlich und verspielt. Wir, das sind die Gäste, die an 
diesem Abenteuer teilnehmen. Wir alle sind zum ersten Mal hier in 
Lappland und haben uns vorgenommen, die wilde Winterwelt der 
schwedischen Berge mit dem Hundegespann zu erobern.
Ich habe die 3tägige Schlittenhundetour zum Geburtstag geschenkt 
bekommen und im Nachhinein betrachtet, war es das schönste Geschenk, 
das mir mein Mann und meine Kinder machen konnten.


Am Anfang war mir etwas mulmig bei dem Gedanken, allein zu verreisen. 
Aber meine Familie hatte alles perfekt geplant und die Leute des 
Veranstalters arctictrex.com haben meinen Urlaub ebenso 
perfekt organisiert.
Nach der Fahrt vom Flughafen zum Huskycamp und meiner ersten Nacht in 
Lappland, ging es am Morgen endlich los.
Zuerst ausführliche Einweisung in Schlittenfahren und Umgang mit den 
Hunden. Dann zeigt uns Mikel, unser Guide, wie die Schlittenhunde 
eingespannt werden. Jeder bekommt einen eigenen Schlitten mit 6 
Grönlandhunden, wahren Kraftpaketen.
Schnell verlassen wir nach ein paar Kilometern die kleine Siedlung, in 
der vorwiegend Samen, die Ureinwohner Lapplands leben.
Überall an den Häusern wehen die bunten Fahnen, die Sonne, Mond und 
die Nationalfarben der Samen darstellen. Mikel erzählt uns später, daß 
die Samen bis in die 80er und 90er Jahre noch um ihre Grundrechte 
kämpfen mussten, sich aber schon sehr viel verbessert hat. Heute leben 
die meisten Samen nicht mehr von Rentieren oder von der Jagd, sondern 
haben ganz normale Berufe. Nur etwa 5 % von ihnen betreiben noch 
professionelle Rentierzucht.
Der weitere Weg führt uns nun hinein in die Wildnis. Jetzt sind wir 
für drei Tage ganz auf uns allein gestellt, und auf die Kraft und den 
Instinkt unserer Hunde.
Durch dichte Wälder folgen wir immer der Spur unseres Guides, der das 
erste Gespann steuert.
Seine Hunde sind die stärksten, schließlich müssen sie durch den 
metertiefen Schnee spuren. Ein echter Knochenjob für die gerade mal 
25-30 kg schweren Tiere.
Nach dem Mittagessen verlassen wir die Spur im Wald und fahren weiter 
auf einem zugefrorenen Fluss. Zuerst ist mir nicht ganz wohl bei dem 
Gedanken über fließendes Wasser zu fahren. Aber Mikel hat die Dicke 
des Eises geprüft, stolze 65 cm sind es.
Obwohl ich nur auf dem Schlitten stehe, bin ich am Ende des Tages 
froh, als unsere Hütte am Waldrand auftaucht. Sie steht direkt am 
Flussufer, hier werden wir übernachten.
Doch bevor es gemütlich werden kann, müssen die Hunde versorgt und 
gefüttert werden. Danach Wasser vom Fluss holen und Feuer machen. 
Jeder packt mit an und so wird es in der kleinen Hütte schnell warm. 
Bald dampft auch der Kaffee und das frische Rentierfleisch bruzelt in 
der Bratpfanne.
Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne. In der Hütte ist es kalt 
geworden, kein Wunder, draussen haben wir minus 25 Grad.
Aber Mikel hat den Ofen schon eingeheizt und serviert das Frühstück. 
Auch die Hunde sind schon versorgt. Für uns gibt es frischen Kaffe, 
Blaubeermarmelade und Pfannkuchen. Einfach köstlich!
Die zweite Etappe beginnt mit der Überquererung des Flusses und einer 
Fahrt recht steil bergauf. Schnell erreichen wir die Baumgrenze, die 
hier bei ca. 700 m Höhe liegt.
Jetzt geht es hinein ins Hochfjäll, jene sagenhafte 
sonnendurchflutete Landschaft, die erst im Winter ihren ganz 
besonderen Reiz entwickelt.
Während des Mittagessens erzählt uns Mikel, daß diese Landschaft im 
Winter von Tieren weitestgehend gemieden wird. Besonders in den 
Monaten Januar und Februar kann es hier oben sehr kalt werden und 
manchmal fegen eisige Schneestürme über das Land. Auch die Samen 
treiben im Herbst ihre Rentiere ins Tal, weil sie hier oben nicht mehr 
genügend Nahrung finden.
Doch wir können die Tour in vollen Zügen genießen. Es ist Mitte April, 
die Tage sind schon länger als in Mitteleuropa und das Wetter ist 
einfach toll. Unter dem tiefblauen Himmel glitzern die Berge und die 
Hochflächen im Licht der Sonne.
Die Hunde ziehen den Schlitten gleichmäßig durch den Schnee und ich 
hänge meinen Gedanken nach, kann mich nicht satt sehen an dieser 
unglaublichen Schönheit.
Mit ein wenig Bedauern sehe ich, daß die nächste Hütte in Sicht kommt. 
Obwohl ich todmüde bin, hätte die Fahrt noch ewig dauern können.
Nachdem alle Hunde satt sind und zufrieden in der warmen Abendsonne 
liegen, wollen wir das letzte Licht des Tages noch für eine 
Tierbeobachtung nutzen. Wir stapfen mit Schneeschuhen einen Hang 
hinauf. Vielleicht entdecken wir ja einen Luchs oder den sehr seltenen 
Polarfuchs. Auch einzelne Wölfe kann man mit viel Glück sehen.
Wir haben Glück. Mikel entdeckt die Spur eines Vielfraßes. Wir halten 
weiter Ausschau und schließlich taucht der große Marder in gehöriger 
Entfernung auf und “hoppelt” davon. Der Vielfraß ist sehr scheu und 
geht dem Menschen aus dem Weg, aber anderen Tieren gegenüber ist er 
auch sehr wehrhaft und angriffslustig, wenn es um Beute geht.
Zum Abendessen gibt es Elchbraten mit grünen Bohnen und Kaffee. Ein 
wahrer Festschmaus und genau die richtige Stärkung nach so einem Tag.
Inzwischen ist es dunkel geworden und wieder haben wir Glück. Durchs 
Fenster sehe ich die ersten Polarlichter. Alle stürmen sofort nach 
draußen und starren wie gebannt nach oben. Grüne Lichtschleier tanzen 
am Horizont, ein wunderbares Erlebnis.
Den dritten Tag wollen wir alle noch einmal so richtig nutzen und 
Kraft tanken für den Alltag. Denn schließlich müssen wir heute 
Abend schon wieder Abschied nehmen.
Nach dem Frühstück fahren wir über die sonnige Hochebene in Richtung 
Süden. Mächtige Schluchten mit fast senkrechten Steilwänden wechseln 
sich ab mit den sanften Ebenen zugefrorener Bergseen.
Bei einer Sommerhütte der Rentierzüchter rasten wir ein letztes Mal, 
bevor wir kurz vor Einbruch der Dämmerung unseren Ausgangspunkt in der 
Zivilisation erreichen.
Drei grandiose Tage liegen nun hinter mir. Es fällt mir schwer, mich 
von meinen Hunden zu verabschieden. Sie alle sind mir sehr ans Herz 
gewachsen, war es doch nur mit ihnen möglich, das alles zu erleben.
Am letzten Abend hängen alle ihren Gedanken nach. Ich nehme mir vor 
wieder zu kommen, diesmal für länger und mit der ganzen Familie.

27.02.2009 Hundschlittentour Lappland

27.02.2009 Hundschlittentour Lappland


Übersicht >>

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien